Komposterde im Gemüsebeet einsetzen
Die meisten Gemüsebeete werden gleichmäßig gedüngt, obwohl darin sehr unterschiedliche Pflanzen stehen. Kürbis und Zwiebel im selben Beet mit derselben Kompostmenge zu versorgen, heißt: einer bekommt zu wenig, die andere zu viel. Die Lösung ist alt und funktioniert immer noch – die Fruchtfolge.
Nach Zehrerstufen verteilen
Starkzehrer wie Tomate, Kohl, Kürbis, Gurke, Sellerie und Lauch bekommen die volle Gabe: vier bis fünf Liter reife Komposterde je Quadratmeter im Frühjahr. Mittelzehrer wie Karotte, Rote Bete, Salat, Kohlrabi und Fenchel kommen mit zwei bis drei Litern aus.
Schwachzehrer bekommen gar nichts. Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Radieschen und die meisten Kräuter leben von dem, was die Vorkultur übrig gelassen hat. Zwiebeln in frisch kompostiertem Boden werden weich und lagern schlecht, Hülsenfrüchte binden ihren Stickstoff ohnehin selbst und quittieren eine großzügige Gabe mit viel Kraut und wenig Ertrag.
Der Rhythmus über vier Jahre
Teile das Beet in vier Bereiche und lasse die Kulturen jedes Jahr eine Position weiterrücken: Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer, Gründüngung. Nur der erste Bereich bekommt die volle Kompostgabe, der zweite die halbe, die anderen beiden keine. Nach vier Jahren beginnt der Kreis von vorn.
Der Nebeneffekt ist Pflanzenschutz. Bodenbürtige Krankheiten und Schädlinge sind meist auf eine Pflanzenfamilie spezialisiert. Wer Kohl vier Jahre lang nicht auf dieselbe Stelle setzt, hat mit Kohlhernie deutlich weniger Probleme – ohne ein einziges Mittel.
Richtig einarbeiten
Die Gabe kommt zwei bis vier Wochen vor der Pflanzung aufs Beet und wird mit dem Rechen flach eingearbeitet – in die oberen fünf bis zehn Zentimeter. Tiefer eingegraben liegt der Kompost dort, wo kaum Sauerstoff ist, und wird nicht umgesetzt.
Beim Pflanzen darf zusätzlich eine Handvoll ins Pflanzloch. Mehr nicht: Ein zu reiches Loch hält die Wurzeln im Umkreis von zehn Zentimetern fest, statt sie ins umgebende Erdreich zu schicken. Bei Starkzehrern lohnt ab der Fruchtbildung eine zweite dünne Gabe als Kopfdüngung.
Die Mengen auf einen Blick
- Starkzehrer – Tomate, Kohl, Kürbis, Gurke, Lauch: vier bis fünf Liter je Quadratmeter.
- Mittelzehrer – Karotte, Rote Bete, Salat, Kohlrabi: zwei bis drei Liter je Quadratmeter.
- Schwachzehrer – Erbse, Bohne, Zwiebel, Radieschen, Kräuter: keine Kompostgabe.
- Zwei bis vier Wochen vor der Pflanzung ausbringen, damit der Boden sie erschließen kann.
- Flach einarbeiten, nie untergraben. Fünf bis zehn Zentimeter sind genug.
- Fruchtfolge notieren. Ohne Aufzeichnung ist nach zwei Jahren niemand mehr sicher, was wo stand.
