Kartoffeln im eigenen Garten pflanzen
Kartoffeln sind die dankbarste Kultur für Einsteiger. Sie brauchen wenig Aufmerksamkeit, liefern viel, und ihr dichtes Laub unterdrückt Beikraut so gründlich, dass ein neu angelegtes Beet nach einem Kartoffeljahr spürbar sauberer und lockerer ist.
Vorkeimen und legen
Ab März werden die Pflanzkartoffeln vorgekeimt: hell, kühl bei zehn bis fünfzehn Grad, in einer flachen Kiste mit den Augen nach oben. Nach drei bis vier Wochen haben sie kurze, gedrungene, grünliche Keime – die richtigen. Lange weiße Keime aus dem dunklen Keller brechen beim Legen ab.
Gelegt wird ab Mitte April, wenn der Boden acht Grad erreicht hat: zehn Zentimeter tief, dreißig Zentimeter Abstand in der Reihe, sechzig zwischen den Reihen. Kartoffeln sind Starkzehrer und bekommen vier bis fünf Liter reife Komposterde je Quadratmeter – aber keinen frischen Mist, der fördert Schorf.
Anhäufeln: der entscheidende Handgriff
Die Knollen bilden sich am Stiel oberhalb der Mutterknolle. Je mehr Stiel unter Erde liegt, desto mehr Ertrag – deshalb wird angehäufelt. Sobald das Kraut zwanzig Zentimeter hoch ist, zieht man Erde von beiden Seiten zu einem Damm an die Pflanzen. Das wiederholt man zwei- bis dreimal im Abstand von zwei bis drei Wochen.
Der zweite Effekt ist ebenso wichtig: Knollen, die ans Licht kommen, werden grün und bilden Solanin – sie sind dann nicht mehr essbar. Ein ordentlicher Damm verhindert das zuverlässig. Eine Mulchschicht aus Stroh in den Furchen hält zusätzlich die Feuchte.
Ernten und lagern
Frühkartoffeln werden geerntet, sobald das Kraut blüht – sie haben eine dünne Schale und müssen zügig gegessen werden. Lagerkartoffeln bleiben, bis das Kraut vollständig abgestorben ist, und danach noch zwei bis drei Wochen im Boden. Dann ist die Schale fest genug für die Lagerung.
Geerntet wird an einem trockenen Tag, die Knollen werden einige Stunden abgetrocknet, aber nicht gewaschen. Gelagert wird dunkel, kühl bei vier bis acht Grad und luftig. Und wie bei allen Nachtschattengewächsen gilt die Anbaupause: mindestens vier Jahre, bevor Kartoffeln oder Tomaten wieder auf dieselbe Fläche kommen.
Von März bis September
- Ab März hell und kühl vorkeimen – kurze grüne Keime, keine langen weißen.
- Ab acht Grad Bodentemperatur legen: zehn Zentimeter tief, dreißig Zentimeter Abstand.
- Vier bis fünf Liter Komposterde je Quadratmeter, aber keinen frischen Mist.
- Zwei- bis dreimal anhäufeln – mehr Stiel unter Erde bedeutet mehr Knollen.
- Lagerkartoffeln erst zwei bis drei Wochen nach dem Absterben des Krauts ernten.
- Nicht waschen, dunkel und kühl lagern. Vier Jahre Anbaupause einhalten.
