Knoblauch und Zwiebeln stecken: Der Herbst ist die bessere Zeit
Knoblauch braucht Kälte, um sich zu teilen. Ohne eine Phase unter zehn Grad über mehrere Wochen bildet eine Zehe keine vielzehige Knolle, sondern eine einzelne Rundknolle. Genau deshalb ist Oktober bis Mitte November der bessere Steckzeitpunkt — nicht das Frühjahr.
Was in den Boden kommt — und was nicht
Supermarktknoblauch ist meist keimgehemmt behandelt und stammt aus Klimazonen, die mit einem mitteleuropäischen Winter nichts zu tun haben. Steckknoblauch aus der Gärtnerei kostet ein Vielfaches, treibt dafür zuverlässig und ist an das Klima angepasst. Aus der eigenen Ernte werden die größten Knollen zurückgelegt — nach ein paar Jahren hat man eine Linie, die genau zum eigenen Standort passt.
Die Knolle wird erst kurz vor dem Stecken geteilt, damit die Zehen nicht austrocknen. Verwendet werden nur die äußeren, großen Zehen; die kleinen inneren liefern entsprechend kleine Knollen. Die trockene Hülle bleibt dran, sie schützt vor Fäulnis.
Tiefe, Abstand, Standort
Gesteckt wird mit der Spitze nach oben, fünf Zentimeter tief, im Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimetern in der Reihe und dreißig Zentimetern zwischen den Reihen. Zu flach gesteckte Zehen drückt der Frost aus dem Boden — wer im Februar Zehen an der Oberfläche liegen sieht, drückt sie einfach wieder an.
Der Standort muss durchlässig sein. Knoblauch und Zwiebeln vertragen Winterfeuchte schlecht; auf schwerem Lehm faulen sie, bevor der Frühling kommt. Ein leicht erhöhtes Beet oder eine Mischung mit grobem Kompost löst das Problem. Als Schwachzehrer brauchen beide keine frische Düngung — sie kommen nach einer Starkzehrerkultur wie Kohl oder Kartoffeln ins Beet und profitieren von deren Resten.
Bis zur Ernte im Sommer
Im Frühjahr treiben die Blätter, und ab Mai bilden Hartneck-Sorten einen Blütenstiel, den sogenannten Blütenschaft. Er wird ausgebrochen, sobald er sich zu kringeln beginnt — sonst geht Kraft in die Blüte statt in die Knolle. Die abgeschnittenen Schäfte sind essbar und schmecken mild.
Geerntet wird im Juli, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte der Blätter vergilbt ist. Wer wartet, bis alles braun ist, findet aufgeplatzte Knollen, die sich nicht lagern lassen. Nach dem Roden trocknen die Pflanzen mit Laub zwei bis drei Wochen luftig und schattig — erst danach wird eingekürzt und eingelagert.
Sechs Punkte für Knoblauch und Zwiebeln
- Im Herbst stecken. Ohne Kältereiz bildet die Zehe eine Rundknolle statt einer geteilten Knolle.
- Nur große äußere Zehen verwenden. Aus kleinen Zehen werden kleine Knollen.
- Fünf Zentimeter tief setzen. Flacher gesteckte Zehen drückt der Frost aus dem Boden.
- Durchlässigen Standort wählen. Winterliche Staunässe lässt die Zehen faulen.
- Blütenschaft ausbrechen. Die Kraft gehört in die Knolle, nicht in die Blüte.
- Rechtzeitig ernten. Bei komplett braunem Laub platzen die Knollen auf und lagern schlecht.
