Erde für Kräuter: Das brauchen Basilikum, Petersilie & Co.
Kräuter gelten als anspruchslos, und genau daran scheitern die meisten Kräuterkästen. Sie sind nicht anspruchslos, sie haben nur sehr unterschiedliche Ansprüche – und die stehen sich gegenseitig im Weg, wenn alles in denselben Topf kommt.
Zwei Lager, zwei Substrate
Die mediterrane Gruppe – Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Lavendel, Bohnenkraut – stammt von steinigen, mageren Hängen. Sie will durchlässiges Substrat mit hohem mineralischem Anteil, wenig Nährstoffe und Trockenheit zwischen den Wassergaben. Zu viel Kompost erzeugt weiches, wenig aromatisches Kraut, das im Winter erfriert.
Die zweite Gruppe – Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Kerbel, Liebstöckel – kommt aus nährstoffreichen, feuchteren Böden. Sie braucht humose Erde mit Kompostanteil und regelmäßige Feuchte. In magerem Sandsubstrat schießt Basilikum in wenigen Wochen in die Blüte und stellt das Blattwachstum ein.
Die Mischungen
Für mediterrane Kräuter: zwei Teile torffreie Pflanzerde, ein Teil grober Sand oder feiner Splitt, dazu eine Handvoll Blähton für die Drainage. Keine oder nur sehr wenig Komposterde. Im Topf ist ein großes Abzugsloch wichtiger als jeder Dünger.
Für heimische Kräuter: zwei Teile torffreie Pflanzerde, ein Teil reife Komposterde. Petersilie ist dabei die anspruchsvollste – sie wurzelt tief und braucht mindestens fünfundzwanzig Zentimeter Topftiefe, sonst bleibt sie kümmerlich. Basilikum dagegen ist flachwurzelnd, aber empfindlich gegen kalte Füße: unter zwölf Grad Bodentemperatur wächst es nicht mehr.
Pflege über die Saison
Mediterrane Kräuter werden erst wieder gegossen, wenn das Substrat mehrere Zentimeter tief abgetrocknet ist. Gedüngt wird höchstens einmal im Frühjahr, sehr sparsam. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält die Pflanzen kompakt und verhindert das Verholzen von unten.
Die feuchtigkeitsliebende Gruppe braucht gleichmäßige Versorgung und alle drei bis vier Wochen eine organische Flüssigdüngung. Basilikum erntest du immer über einem Blattpaar, nie einzelne Blätter – so verzweigt es sich, statt in die Höhe zu schießen. Schnittlauch mag es, bodennah abgeschnitten zu werden, und treibt danach kräftiger nach.
Kurz sortiert
- Mager und durchlässig: Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Lavendel, Bohnenkraut.
- Humos und feucht: Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Kerbel, Liebstöckel.
- Petersilie braucht Tiefe – mindestens fünfundzwanzig Zentimeter, sonst bleibt sie kümmerlich.
- Basilikum warm stellen. Unter zwölf Grad Bodentemperatur stellt es das Wachstum ein.
- Immer über einem Blattpaar ernten, nie einzelne Blätter abzupfen.
- Minze immer separat setzen – sie überwächst mit Ausläufern jedes Nachbarkraut.
