Saatgut erfolgreich aussäen
Ein Samen enthält alles, was der Keimling für die ersten Tage braucht. Deshalb ist die wichtigste Regel der Aussaat auch die überraschendste: Anzuchterde muss nährstoffarm sein. Zu viel Salz und Stickstoff schädigen die feinen Keimwurzeln, statt sie zu fördern.
Substrat und Saattiefe
Gute Anzuchterde ist fein, locker, gleichmäßig feucht und mager. Reine Komposterde ist dafür zu gehaltvoll – wenn überhaupt, wird sie stark mit Sand oder torffreier Anzuchterde gestreckt. Die Nährstoffversorgung beginnt erst nach dem Pikieren.
Die Saattiefe entspricht etwa der doppelten bis dreifachen Samendicke. Feine Samen wie Salat, Basilikum und Sellerie sind Lichtkeimer – sie werden nur angedrückt und nicht bedeckt. Große Samen wie Bohne, Kürbis und Erbse sind Dunkelkeimer und kommen zwei bis drei Zentimeter tief.
Temperatur und Feuchte
Jede Art hat ihre Keimtemperatur. Radieschen und Spinat keimen ab fünf Grad, Salat ab acht, Bohnen ab zwölf, Tomate und Paprika wollen zwanzig bis fünfundzwanzig. Zu früh ausgebracht fäult das Saatgut, statt zu keimen – ein Bodenthermometer beantwortet die Frage in zehn Sekunden.
Die Feuchte muss gleichmäßig bleiben. Einmal angequollenes Saatgut, das wieder austrocknet, ist verloren. Gegossen wird mit feiner Brause oder von unten über den Untersetzer; ein Kraftstrahl spült feine Samen einfach weg. Eine Abdeckung hält die Feuchte, muss aber täglich gelüftet werden, sonst schimmelt es.
Nach dem Keimen
Sobald die ersten Blätter da sind, ist Licht wichtiger als Wärme. Zu warm und zu dunkel gestellte Sämlinge vergeilen – sie werden lang, dünn und blass und knicken später um. Kühler und hell ist in dieser Phase die bessere Kombination.
Pikiert wird, wenn nach den Keimblättern das erste echte Blattpaar erscheint. Erst dann kommt nährstoffreicheres Substrat mit Kompostanteil zum Einsatz. Vor dem Auspflanzen ins Freie werden die Pflanzen über ein bis zwei Wochen abgehärtet: täglich einige Stunden nach draußen, anfangs im Schatten.
Aussaatregeln
- Nährstoffarme Anzuchterde verwenden – keine reine Komposterde.
- Saattiefe: zwei- bis dreifache Samendicke. Lichtkeimer nur andrücken.
- Bodentemperatur prüfen. Zu früh gesätes Saatgut fäult, statt zu keimen.
- Gleichmäßig feucht halten – angequollenes Saatgut verträgt kein Austrocknen.
- Nach dem Keimen kühler und heller stellen, sonst vergeilen die Sämlinge.
- Vor dem Auspflanzen ein bis zwei Wochen abhärten, anfangs im Schatten.
