Siebenpunkt-Marienkäfer sitzt auf einem grünen Blatt
Nachhaltigkeit
5. September 20262 Min Lesezeit

Nützlinge im Garten fördern

Eine einzige Marienkäferlarve frisst in ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse. Ein Igel räumt nächtlich Schnecken und Insekten ab, ein Laufkäfer Schneckeneier direkt im Boden. Nützlinge sind die wirksamste Schädlingsbekämpfung im Garten – und die einzige, die sich selbst vermehrt.

Wer wen frisst

Marienkäfer und Florfliegen nehmen Blattläuse, wobei die Larven weit gefräßiger sind als die erwachsenen Tiere. Schwebfliegen sehen aus wie kleine Wespen, sind aber harmlos – ihre Larven leben ausschließlich von Läusen. Ohrwürmer erledigen Läuse in Obstbäumen.

Am Boden arbeiten Laufkäfer, Kurzflügelkäfer und Spinnen; sie fressen Schneckeneier, Larven und Puppen. Igel, Kröten und Blindschleichen übernehmen die größeren Schnecken, Vögel die Raupen. Die meisten dieser Tiere sind im Garten längst vorhanden – sie brauchen nur Bedingungen, unter denen sie bleiben.

Was sie brauchen

Erstens Nahrung über die ganze Saison. Viele Nützlinge ernähren sich als erwachsene Tiere von Pollen und Nektar und brauchen deshalb blühende Pflanzen von März bis Oktober. Besonders wertvoll sind Dolden­blütler wie Dill, Fenchel und Kerbel sowie Korbblütler mit ungefüllten Blüten.

Zweitens Unterschlupf: Totholzhaufen, Steinhaufen, eine ungemähte Ecke, eine Trockenmauer, hohle Staudenstiele über Winter, ein Laubhaufen für den Igel. Drittens Wasser – eine flache Schale mit Steinen als Landeplatz reicht. Und viertens Ruhe: Kein Insektenmittel unterscheidet zwischen Blattlaus und Marienkäferlarve.

Geduld beim Gleichgewicht

Der schwierigste Teil ist das Aushalten. Blattläuse kommen im Mai immer zuerst – die Nützlinge folgen mit zwei bis drei Wochen Verzögerung, weil sie ohne Beute keine Grundlage haben. Wer beim ersten Befall spritzt, unterbricht genau diesen Zyklus und hat im nächsten Jahr dasselbe Problem, nur ohne Gegenspieler.

Bei starkem Befall reicht meist ein harter Wasserstrahl oder das Abstreifen von Hand. Nach ein bis zwei Jahren ohne Eingriffe pendelt sich ein Gleichgewicht ein, in dem einzelne Schädlinge auftreten, aber keine Massenvermehrung mehr stattfindet.

Ohne Blattläuse keine Marienkäfer. Ein Garten ganz ohne Schädlinge ist auch ein Garten ohne die Tiere, die sie in Schach halten.

Nützlinge anlocken

  • Von März bis Oktober durchgehend Blühendes anbieten, ungefüllte Sorten wählen.
  • Dill, Fenchel und Kerbel blühen lassen – Doldenblütler sind Nützlingsmagneten.
  • Totholz, Steinhaufen und eine ungemähte Ecke stehen lassen.
  • Flache Wasserschale mit Steinen als Landeplatz aufstellen.
  • Auf Insektenmittel verzichten – sie treffen die Gegenspieler mit.
  • Beim ersten Befall abwarten. Nützlinge folgen den Läusen mit zwei bis drei Wochen Abstand.
Hochbeeterde
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