Salate erfolgreich kultivieren
Salat wächst schnell und braucht wenig – und wird trotzdem regelmäßig bitter, schießt in die Blüte oder liefert alles in derselben Woche. Alle drei Probleme haben mit dem Timing zu tun, nicht mit dem Boden.
In Sätzen säen
Der häufigste Fehler ist die einmalige große Aussaat. Zwanzig Köpfe werden gleichzeitig reif, zehn davon schießen, bevor sie jemand isst. Besser sind acht bis zehn Pflanzen alle zwei bis drei Wochen – damit erntest du von März bis in den November hinein durchgehend.
Dazu passt die Sortenwahl nach Jahreszeit: Im Frühjahr frühe Kopfsalate, im Sommer schossfeste Bataviasorten und Eichblatt, ab August Herbstsorten, ab September Feldsalat und Winterportulak. Salat ist zudem ein Mittelzehrer und braucht nur zwei bis drei Liter Komposterde je Quadratmeter.
Warum Salat schießt und bitter wird
Schießen ist eine Stressreaktion. Auslöser sind lange Tage im Hochsommer, Hitze über fünfundzwanzig Grad und vor allem schwankende Wasserversorgung. Die Pflanze entscheidet dann, dass es Zeit für Samen ist – und mit dem Blütenstiel steigt der Bitterstoffgehalt.
Dagegen hilft dreierlei: gleichmäßige Feuchte durch Mulchen, ein halbschattiger Platz im Hochsommer – zum Beispiel im Schatten der Tomaten – und schossfeste Sommersorten. Auch die Saattiefe spielt mit: Salat ist Lichtkeimer, die Samen werden nur angedrückt. Und über achtzehn Grad Bodentemperatur keimt er schlecht, weshalb Sommeraussaaten besser abends und schattiert erfolgen.
Pflanzen, schützen, ernten
Jungpflanzen werden flach gesetzt – das Herz muss frei bleiben, sonst fäult es. Der Abstand beträgt fünfundzwanzig bis dreißig Zentimeter bei Kopfsalat, weniger bei Pflücksalat. Zu eng gesetzte Pflanzen trocknen nach Regen nicht ab und bekommen Mehltau.
Schnecken sind der größte Gegner. Am besten wirkt eine Kombination: abends absammeln, Bierfallen mit Abstand zum Beet, ein trockener Streifen aus Sand oder Sägemehl und keine dichte Mulchschicht direkt um die Pflanzen. Pflücksalat erntest du über Wochen Blatt für Blatt von außen – das Herz treibt weiter nach.
Für durchgehende Ernte
- Alle zwei bis drei Wochen acht bis zehn Pflanzen säen, nicht alles auf einmal.
- Sorten nach Jahreszeit wählen – im Sommer schossfeste Batavia statt Kopfsalat.
- Gleichmäßig feucht halten. Trockenstress ist die Hauptursache fürs Schießen.
- Lichtkeimer: Samen nur andrücken, nicht mit Erde bedecken.
- Flach pflanzen – das Herz muss über der Erde bleiben.
- Im Hochsommer halbschattig setzen, etwa zwischen den Tomatenreihen.
