Organische Düngung einfach erklärt
Organische Dünger unterscheiden sich von mineralischen in einem entscheidenden Punkt: Sie wirken nicht direkt. Erst das Bodenleben muss sie aufschließen. Das macht sie langsamer, aber auch sicherer – überdüngen ist kaum möglich, und ausgewaschen wird wenig.
Langsam, mittel, schnell
Langsam wirkende Dünger sind die Grundversorgung. Reife Komposterde liefert alle Hauptnährstoffe plus Spurenelemente und baut nebenbei Humus auf. Hornspäne sind fast reiner Stickstoff und geben ihn über Monate ab – sie gehören im Frühjahr ins Beet, nicht im Sommer. Gesteinsmehl liefert Mineralien und wirkt über Jahre.
Mittelschnell arbeiten Hornmehl, das feiner ist und schneller freisetzt, sowie handelsübliche organische Volldünger in Pelletform. Schnell wirken nur Flüssigdünger und Jauchen – sie sind die Nachversorgung für Kübel und Starkzehrer während der Saison.
Jauchen selbst ansetzen
Brennnesseljauche ist die kostenlose Stickstoffquelle im Garten: ein Kilogramm frisches Kraut auf zehn Liter Wasser, täglich umrühren, nach zwei Wochen ist sie fertig. Eine Handvoll Gesteinsmehl bindet den Geruch spürbar. Verdünnt wird eins zu zehn, bei Jungpflanzen eins zu zwanzig.
Beinwelljauche wird genauso angesetzt, liefert aber viel Kalium – sie ist damit der richtige Dünger für Tomaten, Gurken und alles, was Früchte bildet. Beide werden an den Wurzelbereich gegossen, nie über das Laub, und nur auf vorher angefeuchteten Boden.
Die richtige Kombination
Ein bewährtes Schema: Im Frühjahr Komposterde als Grundlage, bei Starkzehrern zusätzlich Hornspäne. Ab der Fruchtbildung alle zwei Wochen eine Jauche oder ein organischer Flüssigdünger. Ab August wird die Stickstoffgabe eingestellt – sonst treiben Pflanzen weich aus und gehen schlecht vorbereitet in den Winter.
Ein Punkt wird gern übersehen: Organische Dünger brauchen einen warmen, feuchten und lebendigen Boden, um zu wirken. Auf kaltem Boden im März passiert wenig, in ausgetrockneter Erde im Juli ebenso. Wer düngt und nicht gießt, verschenkt die halbe Wirkung.
Der Düngeplan
- Frühjahr: Komposterde als Grundlage, drei bis fünf Liter je Quadratmeter.
- Starkzehrer zusätzlich mit Hornspänen versorgen – nur im Frühjahr, nicht im Sommer.
- Brennnesseljauche für Blattwachstum, Beinwelljauche für Fruchtbildung.
- Jauchen eins zu zehn verdünnen, bei Jungpflanzen eins zu zwanzig.
- Immer auf angefeuchteten Boden düngen und an den Wurzelbereich gießen.
- Ab August keinen Stickstoff mehr – sonst reifen die Triebe nicht rechtzeitig aus.
