Rissige, ausgetrocknete Bodenoberfläche in Nahaufnahme
Nachhaltigkeit
5. September 20262 Min Lesezeit

Wasser speichern im Boden: So bleiben Pflanzen länger versorgt

In trockenen Sommern wird die Frage meist falsch gestellt. Sie lautet nicht, wie oft man gießen muss, sondern wie viel Regen der Boden überhaupt behalten kann. Zwei Böden nebeneinander, gleiche Niederschläge – der eine trägt drei Wochen, der andere zeigt nach fünf Tagen Trockenstress.

Wo das Wasser bleibt

Ein Boden speichert Wasser in seinen Mittelporen. Zu grobe Poren lassen es durchlaufen, zu feine halten es so fest, dass Wurzeln nicht herankommen. Genau die mittlere Größe entsteht durch das Krümelgefüge, und das Krümelgefüge entsteht durch organische Substanz.

Deshalb ist Humusaufbau die wirksamste Maßnahme gegen Trockenheit. Jedes zusätzliche Prozent organische Substanz erhöht die nutzbare Wasserspeicherung im Wurzelraum deutlich – hochgerechnet auf ein Beet sind das viele Gießkannen, die du nicht schleppen musst.

Verdunstung stoppen

Der zweite Hebel ist die Oberfläche. Offener, dunkler Boden verliert an einem heißen Tag erhebliche Mengen Wasser durch reine Verdunstung – ohne dass eine Pflanze etwas davon hat. Eine Mulchschicht von fünf Zentimetern senkt diesen Verlust drastisch und hält die Bodentemperatur in einem Bereich, in dem Wurzeln und Bodenleben weiterarbeiten.

Ein alter Kniff wirkt zusätzlich: Nach einem Regen die oberste Schicht flach aufhacken. Das unterbricht die feinen Kapillaren, durch die Wasser nach oben steigt und dort verdunstet. Wo gemulcht wird, erübrigt sich das – die Mulchdecke leistet dasselbe.

Richtig gießen, wenn es sein muss

Seltener und durchdringend schlägt täglich und wenig. Zehn bis fünfzehn Liter je Quadratmeter einmal pro Woche durchfeuchten den Boden bis in die Tiefe und ziehen die Wurzeln nach unten. Kleine tägliche Mengen erreichen nur die oberen Zentimeter und erziehen die Pflanze zu einem flachen Wurzelwerk, das beim ersten Hitzetag zusammenbricht.

Am frühen Morgen gießen, direkt an den Wurzelbereich, nicht über das Laub. Regenwasser aus der Tonne ist weicher als Leitungswasser und nicht so kalt – und es kostet nichts. Ein Dach von fünfzig Quadratmetern liefert bei zehn Millimetern Regen rund fünfhundert Liter.

Der beste Wasserspeicher im Garten ist kein Tank, sondern der Boden selbst. Er füllt sich bei jedem Regen kostenlos – wenn er die Struktur dazu hat.

Sechs Maßnahmen

  • Humus aufbauen. Komposterde und Mulch erhöhen die Speicherfähigkeit dauerhaft.
  • Fünf Zentimeter Mulch auflegen. Das senkt die Verdunstung spürbar.
  • Einmal wöchentlich durchdringend gießen statt täglich ein wenig.
  • Morgens gießen und direkt an den Wurzelbereich, nicht über das Laub.
  • Regentonne an jedes Fallrohr. Ein normales Dach füllt sie bei jedem Landregen.
  • Boden nicht verdichten. In verdichtetem Boden läuft Regen ab, statt einzusickern.
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