Pflanzgefäße richtig befüllen
Die häufigste Todesursache bei Kübelpflanzen ist nicht Trockenheit, sondern Staunässe. Und die entsteht fast immer beim Befüllen – durch ein verstopftes Abzugsloch, falsches Substrat oder eine Drainage, die keine ist.
Der Aufbau von unten nach oben
Ganz unten steht die Frage nach dem Abzugsloch. Ohne eines wird jedes Gefäß früher oder später zur Wanne – dann lieber einen Topf mit Loch hineinstellen und das dekorative Gefäß als Übertopf nutzen. Auf das Loch kommt eine Scherbe oder ein Stück Vlies, damit es nicht zuschlämmt.
Darüber zwei bis fünf Zentimeter Drainage aus Blähton, grobem Kies oder zerschlagenen Tonscherben. Ein Vlies zwischen Drainage und Substrat verhindert, dass feine Erde die Schicht über die Jahre zusetzt. Dann folgt das Substrat, und oben bleiben zwei bis drei Zentimeter Gießrand frei – sonst läuft beim Gießen die halbe Menge über den Rand.
Das richtige Substrat
Gartenerde gehört nicht in Gefäße. Sie ist auf den Verbund mit dem umgebenden Boden angewiesen und verdichtet im Topf innerhalb weniger Wochen zu einem dichten Klumpen. Torffreie Pflanzerde mit einem Drittel reifer Komposterde und etwas Tongranulat ist die Standardmischung für die meisten Kulturen.
Abweichungen gibt es nach Pflanzengruppe: Mediterrane Kräuter und Sukkulenten bekommen ein Viertel Sand oder Splitt und kaum Kompost. Moorbeetpflanzen wie Rhododendron und Heidelbeere brauchen ein saures Substrat aus Rindenhumus und Holzfaser – Komposterde ist dort ausdrücklich falsch.
Einpflanzen und angießen
Der Wurzelballen wird vor dem Einsetzen gelockert und, wenn er stark durchwurzelt ist, an den Seiten angeschnitten. Die Pflanztiefe bleibt gleich wie im alten Topf – zu tief gesetzt fäult der Stammansatz. Substrat rundherum andrücken, aber nicht festklopfen: Es soll Kontakt haben, nicht verdichtet werden.
Danach einmal kräftig angießen, bis unten Wasser austritt. Das schließt Hohlräume und stellt den Kontakt zwischen Ballen und neuem Substrat her. Der Untersetzer wird nach zwanzig Minuten geleert – dauerhaft stehendes Wasser erstickt die Wurzeln.
Schicht für Schicht
- Abzugsloch prüfen und mit Scherbe oder Vlies abdecken, damit es nicht zuschlämmt.
- Zwei bis fünf Zentimeter Blähton oder Kies als Drainage, darüber ein Trennvlies.
- Keine Gartenerde. Zwei Drittel Pflanzerde, ein Drittel Komposterde, etwas Tongranulat.
- Zwei bis drei Zentimeter Gießrand frei lassen.
- Gleiche Pflanztiefe wie zuvor, Substrat andrücken statt festklopfen.
- Kräftig angießen und den Untersetzer nach zwanzig Minuten leeren.
