Kräutergarten anlegen für Anfänger
Ein Kräutergarten ist der beste Einstieg ins Gärtnern: kleine Fläche, schnelle Ergebnisse, täglicher Nutzen. Und er verzeiht viel – solange du beim Standort und bei der Aufteilung nicht gegen die Pflanzen arbeitest.
Standort und Aufteilung
Die meisten Küchenkräuter wollen viel Sonne – mindestens fünf Stunden am Tag. Ebenso wichtig ist die Nähe zur Küche: Ein Kräuterbeet am hinteren Zaun wird im November nicht mehr besucht, eines neben der Tür schon.
Teile die Fläche in zwei Bereiche. Auf die trockene, magere Seite kommen die mediterranen: Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano. Auf die humose, gleichmäßig feuchte Seite Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Dill. Diese Trennung ist die einzige echte Regel – wer sie einhält, hat schon das meiste richtig gemacht.
Womit du anfängst
Sechs Kräuter reichen für den Anfang und decken die meisten Gerichte ab: Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Oregano und Basilikum. Kaufe kräftige Topfpflanzen aus der Gärtnerei statt Supermarktware – die ist auf schnelles Wachstum getrieben und hält selten länger als zwei Wochen.
Zwei Pflanzen brauchen Extraplatz. Minze bildet unterirdische Ausläufer und übernimmt binnen zwei Jahren jedes Beet – sie gehört in einen eigenen Topf oder in einen eingegrabenen Eimer ohne Boden. Liebstöckel wird über zwei Meter hoch und beschattet alles um sich herum.
Ernten und überwintern
Regelmäßiges Ernten ist Pflege, nicht Belastung. Basilikum wird immer über einem Blattpaar geschnitten, damit es sich verzweigt. Schnittlauch verträgt bodennahen Rückschnitt und treibt kräftiger nach. Thymian und Oregano schneidest du nach der Blüte um ein Drittel zurück, damit sie nicht von unten verholzen.
Winterhart sind Thymian, Salbei, Oregano, Schnittlauch und Liebstöckel. Rosmarin überlebt nur in milden Lagen im Freien und wird sonst hell und kühl überwintert. Basilikum ist einjährig – dafür lässt es sich problemlos jedes Jahr neu aus Samen ziehen.
Der Start
- Sonniger Platz mit mindestens fünf Stunden Licht, möglichst nah an der Küche.
- Zwei Bereiche anlegen: mager und trocken für mediterrane, humos und feucht für heimische Kräuter.
- Mit sechs Arten starten: Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Oregano, Basilikum.
- Minze immer in ein eigenes Gefäß – sonst übernimmt sie das ganze Beet.
- Gärtnereipflanzen statt Supermarkttöpfe. Letztere sind auf Schnellverbrauch gezogen.
- Regelmäßig ernten und nach der Blüte zurückschneiden – das hält die Pflanzen jung.
