Mulchen leicht erklärt und richtig angewendet
Mulchen ist die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Eine Schicht organisches Material auf dem Boden senkt die Verdunstung, hält die Temperatur stabil, bremst Beikraut, schützt vor Verschlämmung und füttert das Bodenleben. Vorausgesetzt, das richtige Material liegt an der richtigen Stelle.
Die Materialien und ihre Plätze
Rasenschnitt ist das günstigste und stickstoffreichste Material. Er muss angetrocknet und dünn aufgebracht werden – höchstens zwei Zentimeter, dann nachlegen. Frisch und dick aufgetragen entsteht eine schmierige, faulende Matte, unter der der Boden luftlos wird.
Laub ist das Wintermaterial: fünf bis zehn Zentimeter aufs abgeräumte Beet und zwischen Stauden. Stroh hält Erdbeeren und Kürbisse sauber und trocken. Häcksel aus Strauchschnitt eignet sich für Wege und Gehölze. Rindenmulch gehört unter Sträucher und auf Wege – im Gemüsebeet entzieht er beim Verrotten Stickstoff und bremst genau die Kulturen, die du fördern willst.
Dicke und Zeitpunkt
Als Faustregel gilt: fein und feucht dünn, grob und trocken dick. Rasenschnitt zwei Zentimeter, Laub fünf bis zehn, Häcksel bis zehn. Zu dicke Schichten aus feinem Material schließen die Luft ab, zu dünne Schichten aus grobem Material lassen Beikraut durch.
Der Zeitpunkt ist wichtiger, als viele denken. Im Frühjahr wird erst gemulcht, wenn sich der Boden erwärmt hat – eine früh aufgebrachte Schicht hält ihn kalt und verzögert alles. Direkt nach der Pflanzung geht es dann, wenn du einen Handbreit Abstand zum Stiel lässt: Mulch direkt am Stamm hält Feuchte, wo sie nicht hingehört, und fördert Fäulnis.
Wo Vorsicht angebracht ist
Eine Mulchdecke bietet auch Schnecken Unterschlupf. In sehr feuchten Lagen und rund um Salat lohnt es sich, streifenweise offen zu lassen oder auf grobes, trockenes Material zu wechseln. Frisch gesäte Flächen werden gar nicht gemulcht – Keimlinge kommen durch eine Schicht nicht hindurch.
Und Mulchfolie aus Kunststoff leistet zwar dasselbe gegen Beikraut, füttert aber nichts, unterbindet den Gasaustausch und hinterlässt Mikroplastik im Boden. Organisches Material erledigt beide Aufgaben und wird dabei selbst zu Humus.
Material und Menge
- Rasenschnitt: angetrocknet, höchstens zwei Zentimeter, dafür häufiger nachlegen.
- Laub: fünf bis zehn Zentimeter, ideal für die Winterabdeckung.
- Stroh: für Erdbeeren, Kürbis und Zucchini, hält die Früchte sauber.
- Rindenmulch nur auf Wege und unter Gehölze – nie ins Gemüsebeet.
- Im Frühjahr erst mulchen, wenn sich der Boden erwärmt hat.
- Eine Handbreit Abstand zu Stämmen und Stielen lassen, sonst fäulen sie.
