Zwei Personen gießen an einem heißen Tag Pflanzen im Sommergarten
Gartenpraxis
5. September 20262 Min Lesezeit

Sommerpflege für Gartenböden bei Hitze

An einem heißen Julitag erreicht unbedeckter Gartenboden an der Oberfläche Temperaturen, bei denen nichts mehr arbeitet. Bakterien und Pilze stellen ihre Tätigkeit ein, Regenwürmer ziehen sich in die Tiefe zurück, und Wurzeln nehmen kaum noch Nährstoffe auf. Der Boden macht Pause – und die Pflanzen darüber auch.

Beschatten ist wirksamer als gießen

Eine Mulchschicht von fünf Zentimetern hält die Bodentemperatur um mehrere Grad niedriger als offener Boden. Das klingt wenig, macht aber genau den Unterschied zwischen einem System, das noch arbeitet, und einem, das stillsteht. Gleichzeitig senkt sie die Verdunstung erheblich.

Auch die Pflanzen selbst beschatten. Ein dicht bepflanztes Beet mit sich berührenden Blättern trocknet deutlich langsamer aus als eines mit großen Lücken. Wer im Sommer nachsät – Salat, Spinat, Radieschen – schließt die Lücken und schützt den Boden gleich mit.

Richtig gießen in der Hitze

Am frühen Morgen, durchdringend, direkt an den Wurzelbereich. Mittags zu gießen verschwendet einen großen Teil an die Verdunstung; abends bleiben die Blätter über Nacht nass, was Pilzkrankheiten fördert und Schnecken anlockt.

Zehn bis fünfzehn Liter je Quadratmeter einmal wöchentlich sind mehr wert als täglich zwei. Bei stark ausgetrocknetem Boden gießt du in zwei Durchgängen mit zwanzig Minuten Pause – die erste Gabe läuft sonst oberflächlich ab, weil trockene Erde Wasser zunächst abstoßt.

Was im Hochsommer wartet

Kompostgaben bringen bei großer Hitze wenig, weil das Bodenleben sie nicht umsetzt – sie liegen nur da und trocknen aus. Dasselbe gilt für Bodenbearbeitung: Lockern bei dreißig Grad öffnet die Erde und beschleunigt das Austrocknen. Beides gehört in den Spätsommer oder Herbst.

Was sich lohnt: Beetlücken sofort schließen, Mulch nachlegen, wo er dünn geworden ist, und Kompost oder Regentonne im Schatten halten. Ein Komposthaufen in der prallen Sonne trocknet aus und hört auf zu arbeiten – auch der braucht im Sommer gelegentlich Wasser.

Im Hochsommer geht es nicht darum, den Boden zu versorgen, sondern ihn arbeitsfähig zu halten. Schatten und Feuchte leisten das – Dünger nicht.

Sommerregeln

  • Mulchdecke auf fünf Zentimeter halten und bei Bedarf nachlegen.
  • Morgens gießen, durchdringend und an den Wurzelbereich – nie mittags.
  • Bei staubtrockenem Boden in zwei Durchgängen wässern, sonst läuft alles ab.
  • Keine Kompostgaben und keine Bodenbearbeitung bei großer Hitze.
  • Beetlücken nachsäen – Blätter beschatten den Boden besser als jede Matte.
  • Den Komposthaufen im Auge behalten. Ausgetrocknet stellt auch er die Arbeit ein.
Hochbeeterde
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