Erde für Balkonkästen auswählen
Ein Balkonkasten ist der härteste Standort, den ein Gärtnerjahr zu bieten hat. Zehn Liter Erde, volle Sonne von Mittag bis Abend, Wind von drei Seiten und Pflanzen, die von Mai bis Oktober durchblühen sollen. Was in dieser Kiste steckt, entscheidet mehr über das Ergebnis als die Sorte.
Was die Erde im Kasten leisten muss
Drei Eigenschaften zählen. Erstens Wasserspeicherung: Ein Kasten trocknet an heißen Tagen komplett durch, wenn das Substrat nichts hält. Zweitens Strukturstabilität – die Erde darf über die Saison nicht zusammensacken, sonst steht sie nach acht Wochen als dichter Klumpen im Kasten. Drittens ein Nährstoffvorrat, der nicht nach vier Wochen erschöpft ist.
Torffreie Blumenerde erfüllt das, wenn sie die richtigen Bestandteile mitbringt. Holzfaser und Rindenhumus sorgen für Luft, Kompost bringt Nährstoffe und Speichervermögen, Tonmineralien binden beides und geben es langsam wieder ab. Steht auf dem Sack nur „pflanzliche Bestandteile“ ohne Anteile, ist Vorsicht angebracht.
Die Mischung selbst anpassen
Wer den Kasten selbst mischt, kommt mit zwei Dritteln torffreier Blumenerde und einem Drittel reifer Komposterde weit. Eine Handvoll Tongranulat oder Blähton pro Kasten verbessert die Struktur zusätzlich und verhindert das Verdichten über den Sommer.
Bei Kräutern gilt das Gegenteil: Rosmarin, Thymian und Salbei wollen mager und durchlässig. Dort mischst du ein Viertel Sand unter und lässt den Kompost weitgehend weg. Ein gemeinsamer Kasten für Petunien und Rosmarin funktioniert deshalb selten gut.
Befüllen und nachlegen
Unten gehören zwei bis drei Zentimeter Blähton hin, damit überschüssiges Wasser abziehen kann – aber nur bei Kästen mit Abzugsloch. Bei geschlossenen Kästen mit Wasserreservoir entfällt die Schicht, dort übernimmt der Docht die Aufgabe. Oben bleiben zwei Zentimeter Gießrand frei.
Ab der sechsten Woche ist der Nährstoffvorrat aufgebraucht. Dann wird alle ein bis zwei Wochen organisch flüssig nachgedüngt. Die Erde selbst hält eine Saison; im nächsten Frühjahr kommt frisches Substrat hinein, die alte Erde kann auf den Kompost oder ins Beet.
Worauf es ankommt
- Torffrei wählen und auf eine echte Zutatenliste mit Anteilen achten.
- Zwei Drittel Blumenerde, ein Drittel Komposterde ist die verlässliche Basismischung.
- Tongranulat beimischen – es hält die Struktur über die ganze Saison offen.
- Mediterrane Kräuter separat und mager halten, mit Sandanteil statt Kompost.
- Zwei Zentimeter Gießrand lassen, sonst läuft beim Gießen die halbe Menge über.
- Ab Woche sechs organisch flüssig nachdüngen, sonst blühen die Kästen im Juli aus.
