Gefrorener Garten mit Raureif auf Gräsern und Sträuchern
Gartenpraxis
5. September 20263 Min Lesezeit

Winterfest gärtnern: Boden richtig schützen

Frost schadet dem Gartenboden nicht. Im Gegenteil: Auf schwerem Lehm sprengt gefrierendes Wasser grobe Schollen auf und hilft der Struktur. Was dem Boden über den Winter wirklich zusetzt, sind Regen und Wind auf einer nackten Oberfläche.

Warum offener Boden im Winter verliert

Winterniederschläge fallen auf einen Boden, aus dem die Pflanzen keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Alles, was das Bodenleben im Herbst noch freigesetzt hat, wandert in tiefere Schichten und ist im Frühjahr nicht mehr da. Dazu kommt die mechanische Wirkung: Regentropfen zerschlagen die Krümel an der Oberfläche, es entsteht eine dichte Verschlämmungsschicht, unter der kein Sauerstoff mehr ankommt.

Eine Bedeckung löst beide Probleme auf einmal. Gründüngung hält Nährstoffe in der Pflanzenmasse fest und gibt sie im Frühjahr wieder ab. Eine Laub- oder Häckselschicht fängt die Regentropfen ab und füttert nebenbei die Würmer.

Beete, Kübel, Hochbeete

Im Beet gilt: Gründüngung, wenn im September noch Zeit war, sonst fünf bis zehn Zentimeter Laub, bei Wind mit Zweigen beschwert. Umgraben entfällt – auf allen Böden außer sehr schwerem, nassem Lehm richtet es mehr Schaden an, als der Frost gutmacht.

Kübel sind der eigentliche Risikofall. Die Erde darin friert von allen Seiten durch, und Wurzeln haben keinen Ausweichraum. Gefäße kommen deshalb an eine Hauswand, auf eine Styroporplatte oder ein Holzbrett und werden mit Vlies oder Jute umwickelt. Die größte Gefahr ist dabei nicht die Kälte, sondern Trockenheit: An frostfreien Tagen muss auch im Winter gegossen werden.

Hochbeete werden im Spätherbst abgedeckt und im Frühjahr nachgefüllt. Die Füllung sackt über den Winter um zehn bis zwanzig Zentimeter – das ist normal und zeigt, dass der Unterbau arbeitet.

Was stehen bleiben darf

Der aufgeräumte Garten ist der ärmste. Hohle Staudenstiele sind Winterquartier für Wildbienen, Samenstände Futter für Vögel, Laubhaufen Unterschlupf für Igel und Laufkäfer. Diese Tiere sind im Sommer deine Schädlingsbekämpfung – sie brauchen den Winter über einen Platz.

Weg müssen nur kranke Pflanzenteile. Braunfäules Tomatenkraut, mehltaubefallene Blätter und Kohlstrünke mit Hernie gehören nicht auf den eigenen Kompost, sondern in die Biotonne.

Ein Beet, das grün oder bedeckt in den Winter geht, ist im März pflanzbereit. Ein leer geräumtes muss erst wieder aufgebaut werden.

Die Winterliste

  • Keine Beetfläche offen lassen – Gründüngung oder fünf bis zehn Zentimeter Laub.
  • Nicht umgraben. Der Frost lockert schwere Böden auch ohne Spaten.
  • Kübel an die Hauswand stellen, unterlegen und mit Vlies oder Jute umwickeln.
  • An frostfreien Tagen Kübel gießen – Immergrüne vertrocknen häufiger, als sie erfrieren.
  • Stauden und Samenstände stehen lassen, Laubhaufen in einer Ecke belassen.
  • Kranke Pflanzenteile in die Biotonne, nicht auf den eigenen Kompost.
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